Die Wohngebäudeversicherung ist der wichtigste Schutz für dein Haus, doch was genau leistet sie eigentlich? Sie zahlt Schäden am Gebäude durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel und übernimmt im Ernstfall sogar den kompletten Wiederaufbau. Versicherungsexperte Dennis Becker zeigt dir, welche Gefahren versichert sind, welche Gebäudeteile dazugehören, welche Kosten die Versicherung trägt und wo du mit optionalen Bausteinen nachbessern solltest.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Grundschutz deckt Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel ab.
- Versichert ist alles, was fest mit dem Gebäude verbunden ist, vom Dach bis zur eingebauten Badewanne.
- Die Versicherung zahlt Reparatur, Wiederaufbau, Aufräumkosten und sogar den Mietausfall.
- Elementarschäden wie Überschwemmung sind nur mit einem Zusatzbaustein versichert.
- Hausrat, Verschleiß und Baumängel deckt die Gebäudeversicherung nicht ab.
Welche Gefahren sind versichert?
Der Grundschutz jeder Wohngebäudeversicherung umfasst drei große Gefahrengruppen. Diese Schäden sind in fast jedem Vertrag enthalten.
| Versicherte Gefahr | Beispiele |
|---|---|
| Feuer | Brand, Blitzschlag, Überspannung, Explosion |
| Leitungswasser | Rohrbruch, ausgetretenes Leitungswasser, Frostschäden |
| Sturm und Hagel | Sturm ab Windstärke 8, abgedeckte Dächer, Hagelschäden |
Ein Brand zerstört oft das ganze Haus, ein Rohrbruch durchnässt Wände und Böden, ein Sturm deckt das Dach ab: Gegen diese drei Gefahren bist du mit dem Grundschutz abgesichert. Was die Versicherung bei einem Leitungswasserschaden genau übernimmt, liest du im eigenen Ratgeber. Tritt einer dieser Schäden ein, übernimmt die Versicherung die Reparatur oder den Wiederaufbau.
Welche Gebäudeteile sind versichert?
Versichert ist alles, was fest mit dem Haus verbunden ist. Würdest du es bei einem Umzug zurücklassen, gehört es zum Gebäude und damit in die Wohngebäudeversicherung. Dazu zählen:
- Mauern, Dach, Decken und Fundament
- Türen, Fenster und Treppen
- die Heizungsanlage und fest verlegte Bodenbeläge
- eingebaute Badewannen, Duschen und Sanitäranlagen
- oft auch Garage, Carport und Nebengebäude auf dem Grundstück
Dein beweglicher Hausrat wie Möbel, Teppiche und Elektrogeräte gehört dagegen nicht zur Gebäudeversicherung. Dafür ist die Hausratversicherung zuständig. Eine fest eingebaute Küche ist je nach Vertrag mal dem Gebäude, mal dem Hausrat zugeordnet, hier lohnt ein Blick in die Bedingungen.
Diese Kosten übernimmt die Gebäudeversicherung
Die Leistungen der Gebäudeversicherung gehen über die reine Reparatur hinaus. Im Schadensfall trägt sie auch viele Folgekosten, die schnell teuer werden:
- Reparatur und Wiederaufbau: von der kleinen Reparatur bis zum kompletten Neubau des Hauses
- Aufräum- und Abbruchkosten: das Beseitigen von Schutt und die Sicherung des Grundstücks
- Mietausfall: ist das Haus unbewohnbar, ersetzt die Versicherung entgangene Mieteinnahmen für bis zu 12 Monate
- Hotelkosten: für die Zeit, in der dein Zuhause nicht bewohnbar ist
- Schadenminderungskosten: alles, was du tust, um den Schaden zu begrenzen
So kann die Versicherung im Totalschaden schnell 300.000 Euro und mehr übernehmen, denn der Wiederaufbau eines Hauses ist teuer.
Optionale Bausteine: so erweiterst du den Schutz
Den Grundschutz kannst du mit zusätzlichen Bausteinen sinnvoll ergänzen. Besonders wichtig ist der Elementarschutz, denn er sichert dich gegen Naturgefahren ab, die im Grundschutz fehlen. Er kostet je nach Lage rund 50 bis 100 Euro extra im Jahr.
- Elementarschäden: Überschwemmung, Starkregen, Rückstau, Erdrutsch, Erdbeben und Schneedruck
- Grobe Fahrlässigkeit: zahlt auch, wenn du den Schaden grob fahrlässig verursacht hast
- Photovoltaik: versichert deine Solaranlage auf dem Dach
- Glasbruch: ersetzt zerbrochene Fenster- und Türscheiben
Gerade die Elementarschadenversicherung wird mit dem Klimawandel immer wichtiger, das betont auch die Verbraucherzentrale. Mehr dazu, warum dieser Schutz heute fast unverzichtbar ist, liest du im Ratgeber zur Gebäudeversicherung Pflicht.
Wie hoch ist die Leistung im Schadensfall?
Wie viel die Wohngebäudeversicherung im Schadensfall zahlt, hängt von der Versicherungssumme ab. Die meisten Versicherer berechnen sie über den gleitenden Neuwert und den Wert 1914, damit der Schutz immer der aktuellen Höhe der Baukosten entspricht. So erhält der Eigentümer im Totalschaden genug Geld, um das Haus neu zu bauen, oft sind das 300.000 Euro und mehr.
Ist die Versicherungssumme zu niedrig angesetzt, entsteht eine Unterversicherung, und der Versicherer kürzt die Leistung (§ 75 VVG). Achte deshalb darauf, dass Wohnfläche und Ausstattung deiner Immobilie korrekt erfasst sind. Zwischen den Tarifen gibt es außerdem große Unterschiede bei den versicherten Risiken und beim Beitrag, ein Vergleich der Leistungen lohnt sich vor jedem Abschluss.
Was deckt die Gebäudeversicherung nicht ab?
So umfassend der Schutz ist, einige Schäden zahlt die Gebäudeversicherung nicht:
- Hausrat: Möbel und persönliche Gegenstände sind über die Hausratversicherung versichert.
- Elementarschäden ohne Baustein: Ein nach Starkregen vollgelaufener Keller ist nur mit Elementarschutz abgedeckt.
- Verschleiß und Abnutzung: Schäden durch normale Alterung des Gebäudes sind kein Versicherungsfall.
- Baumängel: Fehler bei Bau oder Sanierung trägt die Versicherung nicht.
- Vorsatz: Wer einen Schaden absichtlich herbeiführt, bekommt nichts ersetzt.
Beispiel: Sturmschaden am Dach
Ein Sturm mit Windstärke 9 deckt einen Teil deines Daches ab, Regen dringt ein und durchnässt die oberste Geschossdecke. Die Wohngebäudeversicherung übernimmt hier die Reparatur des Daches und die Trocknung der Decke, denn Sturm ab Windstärke 8, das entspricht etwa 62 km/h, gehört zum Grundschutz.
Wären durch das eindringende Wasser auch deine Möbel beschädigt worden, käme dafür die Hausratversicherung auf. So zeigt das Beispiel, wie wichtig das Zusammenspiel beider Versicherungen ist.
Tipp von Dennis BeckerBeim Leistungsumfang lohnt sich der genaue Vergleich. Ein guter Tarif schließt grobe Fahrlässigkeit und Elementarschäden ein, ein Billigtarif spart genau hier. Welche Police viel Leistung zum fairen Preis bietet, findest du im Gebäudeversicherung Vergleich.
Häufige Fragen
Was deckt die Gebäudeversicherung ab?
Sie deckt Schäden am Gebäude durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel ab und übernimmt Reparatur, Wiederaufbau, Aufräumkosten und den Mietausfall.
Welche Gebäudeteile sind versichert?
Alles, was fest mit dem Haus verbunden ist: Mauern, Dach, Türen, Fenster, Treppen, die Heizung sowie eingebaute Sanitäranlagen, oft auch Garage und Nebengebäude.
Sind Elementarschäden mitversichert?
Nein, Elementarschäden wie Überschwemmung oder Starkregen sind nur mit dem Zusatzbaustein Elementarschutz versichert.
Zahlt die Gebäudeversicherung bei Sturm?
Ja, Sturmschäden ab Windstärke 8 gehören zum Grundschutz. Die Versicherung übernimmt zum Beispiel die Reparatur eines abgedeckten Daches.
Was zahlt die Gebäudeversicherung nicht?
Hausrat, Elementarschäden ohne Baustein, Schäden durch Verschleiß und Abnutzung, Baumängel sowie vorsätzlich herbeigeführte Schäden.
Fazit
Die Gebäudeversicherung deckt Schäden am Haus durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel ab und übernimmt von der Reparatur bis zum Wiederaufbau alle wichtigen Kosten. Versichert ist alles, was fest zum Gebäude gehört, nicht aber dein Hausrat. Mit dem Elementarschutz und weiteren Bausteinen machst du den Schutz rundum sicher. Achte beim Abschluss auf den Leistungsumfang, denn genau dort entscheidet sich, ob du im Schadensfall gut abgesichert bist. Was guter Schutz kostet, zeigt dir unser Ratgeber zu den Gebäudeversicherung Kosten.
