Gebäudeversicherung Sturmschaden

Haus mit vom Sturm angehobenem Dach, fliegenden Dachziegeln und gebeugtem Baum als Symbol für einen Sturmschaden

Ein Sturm deckt das Dach ab, wirft einen Baum aufs Haus oder zerschlägt die Fenster: Sturmschäden gehören zu den häufigsten Schäden am Gebäude. Die gute Nachricht ist, dass deine Wohngebäudeversicherung dafür aufkommt, sofern der Sturm Windstärke 8 erreicht. Versicherungsexperte Dennis Becker erklärt dir, ab welcher Windstärke die Gebäudeversicherung zahlt, welche Sturmschäden versichert sind, wer beim Baum aufs Haus zahlt und was du im Schadensfall sofort tun solltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Gebäudeversicherung zahlt Sturmschäden ab Windstärke 8, das entspricht 62 Kilometern pro Stunde.
  • Versichert sind Schäden am Gebäude wie ein abgedecktes Dach, zerstörte Fenster oder beschädigte Nebengebäude.
  • Stürzt ein Baum auf das Haus, zahlt die Wohngebäudeversicherung, egal ob es dein eigener oder ein fremder Baum ist.
  • Schäden durch Überschwemmung, Starkregen oder Sturmflut deckt nur der Elementarschutz.
  • Die Windstärke musst du nicht selbst beweisen.

Ab welcher Windstärke zahlt die Gebäudeversicherung?

Die Gebäudeversicherung zahlt Sturmschäden ab Windstärke 8 auf der Beaufortskala. Das entspricht einer Windgeschwindigkeit von mindestens 62 Kilometern pro Stunde. Erst ab diesem Wert gilt ein Wetterereignis versicherungsrechtlich als Sturm.

Viele moderne Tarife greifen schon ab Windstärke 7 oder erkennen einen Schaden in der direkten Nachbarschaft als Nachweis an. Ein Blick in deine Bedingungen lohnt sich, denn dieser Unterschied entscheidet im Grenzfall darüber, ob die Versicherung den Schaden übernimmt. Bläst der Wind mit mindestens Windstärke 8, sind Unwetterschäden am Gebäude in der Regel abgesichert.

Welche Sturmschäden sind versichert?

Werden dein Haus, ein Nebengebäude, die Garage oder der Carport durch Sturm oder Hagel beschädigt, kommt die Wohngebäudeversicherung für die Schäden auf. Versichert ist alles, was fest mit dem Gebäude verbunden ist.

Versicherter SturmschadenBeispiel
Dachabgedeckte Ziegel, gelöste Dachbleche
Fenster und Türenzerstörte Scheiben, herausgerissene Rahmen
Anbautenbeschädigte Garage, Carport, Gartenhaus
Folgeschädendurchnässte Wände, wenn es durch das Dach regnet

Wichtig ist der letzte Punkt: Regnet es durch das abgedeckte Dach herein und durchnässt die oberste Geschossdecke, zählt auch dieser Folgeschaden zum versicherten Sturmschaden. Die Gebäudeversicherung übernimmt dann die Reparatur des Daches und die Trocknung.

Was kostet ein Sturmschaden?

Sturmschäden am Dach gehen schnell ins Geld. Ein teilweise abgedecktes Dach kostet je nach Größe rund 5.000 bis 20.000 Euro, einzelne lose Dachziegel sind günstiger. Genau dafür ist der Versicherungsschutz da: Die Wohngebäudeversicherung übernimmt die Kosten für Reparatur und Wiederherstellung, sodass du nicht auf hohen Ausgaben sitzen bleibst. Höhere Schäden bis hin zum komplett zerstörten Dach können 30.000 Euro übersteigen und sind über die Versicherungssumme abgesichert.

Baum aufs Haus: Wer zahlt?

Stürzt bei einem Sturm ein Baum auf dein Haus, zahlt die Wohngebäudeversicherung den Schaden am Gebäude. Dabei spielt es keine Rolle, ob es dein eigener Baum war oder der eines Nachbarn. Auch ein fremder Baum, der auf dein Dach kracht, ist über deine Gebäudeversicherung abgedeckt.

Anders sieht es bei beweglichen Dingen aus: Beschädigt der Baum dein Auto oder ein anderes Fahrzeug, ist nicht die Gebäudeversicherung zuständig, sondern die Teilkaskoversicherung deines Wagens. Für beschädigte Gegenstände und Hausrat in der Wohnung kommt die Hausratversicherung auf. So greifen bei einem Sturm oft mehrere Versicherungen ineinander, und es lohnt sich, die beschädigten Dinge nach dem Unwetter zu sichern und getrennt zu dokumentieren.

Was zahlt die Gebäudeversicherung bei Sturm nicht?

Nicht jeder Schaden nach einem Unwetter ist ein Sturmschaden im Sinne der Police. In diesen Fällen zahlt die Gebäudeversicherung nicht:

  • Überschwemmung und Starkregen: Läuft der Keller voll oder drückt Wasser ins Haus, hilft nur der Elementarschutz, nicht der normale Sturmschutz.
  • Sturmflut und Lawinen: Diese Naturgefahren sind ebenfalls nur über die Elementarversicherung abgedeckt.
  • Grobe Fahrlässigkeit: Wer bei Sturm Fenster oder Türen offen lässt und dadurch Schäden verursacht, bekommt nichts ersetzt.
  • Hausrat: Beschädigte Möbel oder Elektrogeräte zahlt die Hausratversicherung.

Mehr dazu, welche Wasserschäden wann versichert sind, liest du im Ratgeber Gebäudeversicherung Wasserschaden.

Musst du die Windstärke nachweisen?

Nein. Als Versicherter musst du den genauen Grad der Windstärke nicht selbst beweisen. Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat entschieden, dass es ausreicht, wenn zum Schadenszeitpunkt in der näheren Umgebung deines Hauses Windstärke 8 gemessen wurde.

Lässt sich die Windstärke nicht mehr feststellen, gilt ein Sturmschaden auch dann als nachgewiesen, wenn andere Gebäude in der Nachbarschaft ebenfalls beschädigt wurden oder wenn der Schaden an einem intakten Haus nur durch einen Sturm entstanden sein kann. Du musst also nicht mit Messwerten kämpfen, um deinen Anspruch durchzusetzen.

Was tun bei einem Sturmschaden?

Im Schadensfall zählt schnelles Handeln. Mit diesen Schritten begrenzt du den Schaden und sicherst deinen Anspruch:

  1. Notmaßnahmen ergreifen: Decke ein offenes Dach mit einer Plane ab, dazu bist du gesetzlich verpflichtet (§ 82 VVG). So verhinderst du teure Folgeschäden durch Regen.
  2. Schaden dokumentieren: Mach Fotos und Videos von allen beschädigten Stellen, bevor du aufräumst.
  3. Versicherung melden: Informiere deinen Versicherer unverzüglich und wahrheitsgemäß, in der Regel innerhalb von drei Tagen (§ 30 VVG).
  4. Reparatur abstimmen: Lass größere Reparaturen erst nach Rücksprache mit dem Versicherer ausführen.
Versicherungsexperte Dennis Becker

Tipp von Dennis BeckerBei Sturm entscheidet die Eintrittsgrenze über bares Geld. Ein guter Tarif zahlt schon ab Windstärke 7 und schließt grobe Fahrlässigkeit ein. Ob deine Police gut genug ist, prüfst du am schnellsten im Gebäudeversicherung Vergleich.

Häufige Fragen

Ab welcher Windstärke zahlt die Gebäudeversicherung bei Sturm?

Ab Windstärke 8, das entspricht 62 Kilometern pro Stunde. Manche Tarife leisten bereits ab Windstärke 7.

Wer zahlt, wenn ein Baum auf das Haus fällt?

Die Wohngebäudeversicherung, unabhängig davon, ob es dein eigener oder ein fremder Baum ist. Für ein beschädigtes Auto zahlt die Teilkasko.

Was zahlt die Gebäudeversicherung bei Sturm nicht?

Schäden durch Überschwemmung, Starkregen, Sturmflut und Lawinen sowie Hausrat. Dafür sind Elementarschutz und Hausratversicherung zuständig.

Muss ich die Windstärke nachweisen?

Nein. Es reicht, wenn in der Umgebung Windstärke 8 gemessen wurde oder auch andere Gebäude beschädigt wurden.

Zahlt die Versicherung bei einem abgedeckten Dach?

Ja. Ein vom Sturm abgedecktes Dach ist ein klassischer Sturmschaden. Auch der Folgeschaden durch eindringenden Regen ist versichert.

Fazit

Deine Gebäudeversicherung zahlt Sturmschäden am Haus ab Windstärke 8, vom abgedeckten Dach bis zum umgestürzten Baum. Schäden durch Überschwemmung oder Sturmflut sind dagegen nur mit dem Elementarschutz abgedeckt, beschädigter Hausrat über die Hausratversicherung. Die Windstärke musst du nicht beweisen, wohl aber den Schaden begrenzen und schnell melden. Welche Gefahren dein Tarif sonst noch abdeckt, zeigt dir der Ratgeber Was deckt die Gebäudeversicherung ab.

Jetzt starten

Finde in wenigen Minuten deinen besten Tarif

Kostenlos, unabhängig und unverbindlich – schütze dein Zuhause und spare bares Geld.

★★★★★  4,8/5 · über 10.000 Vergleiche · keine versteckten Kosten