Ein Sprung in der großen Fensterscheibe, ein Riss im Wintergarten: Glasbruch kann schnell teuer werden, denn der Einbau einer neuen Scheibe kostet oft 200 bis 600 Euro, bei einer großen Isolierglasscheibe auch mehr als 1.000 Euro. Doch zahlt die Gebäudeversicherung bei Glasbruch überhaupt? Versicherungsexperte Dennis Becker erklärt dir, was die Glasversicherung abdeckt, was sie kostet und wann sich der Baustein für dein Haus wirklich lohnt.
Das Wichtigste in Kürze
- Glasbruch ist im Grundschutz der Wohngebäudeversicherung nicht enthalten.
- Die Glasversicherung ist ein Zusatzbaustein für fest verbaute Glasflächen.
- Versichert sind Fenster, Türen, Wintergarten und Glasdächer am Gebäude.
- Für Ceranfeld und Glastische ist der Glasbaustein der Hausratversicherung zuständig.
- Eine separate Glasversicherung kostet meist rund 40 bis 65 Euro im Jahr.
Ist Glasbruch in der Gebäudeversicherung enthalten?
Nein. Eine normale Wohngebäudeversicherung zahlt bei Glasbruch nicht, solange keine versicherte Gefahr wie ein Sturm die Scheibe zerstört hat. Geht eine Fensterscheibe einfach so zu Bruch, etwa weil ein Kind den Ball dagegen wirft, bleibst du ohne Zusatzbaustein auf den Kosten sitzen.
Für diesen Fall gibt es die Glasversicherung. Sie ist ein eigener Baustein, den du zu deiner Wohngebäudeversicherung dazubuchst. Erst mit dieser Glasversicherung ist der reine Bruch deiner Scheiben abgesichert.
Was deckt die Glasversicherung ab?
Die Glasversicherung übernimmt die Kosten für den Austausch zerbrochener Scheiben. Beim Gebäude sind das alle fest verbauten Glasflächen:
- Fenster und Türen: Normalglas und Mehrscheiben-Isolierglas
- Wintergarten: die oft großflächige und teure Verglasung
- Glasdächer und Brüstungen: auch an Terrassen, Loggien und Balkonen
- Lichtkuppeln: und andere fest mit dem Gebäude verbundene Gläser
Zerbricht eine dieser Scheiben, zahlt die Glasversicherung das neue Glas und den Einbau. Gerade bei einem Wintergarten oder großen Fensterfronten sind das schnell hohe Glasschäden.
Gebäudeglas oder Hausratglas: Wer zahlt was?
Bei Glas gilt dieselbe Trennung wie sonst zwischen Gebäude und Hausrat. Fest mit dem Gebäude verbundene Scheiben sicherst du über den Glasbaustein der Wohngebäudeversicherung ab. Bewegliche Verglasung wie Glastische, Vitrinen, Spiegel und das Cerankochfeld gehört dagegen zur Mobiliarverglasung und läuft über die Hausratversicherung.
Wer beides absichern will, braucht den Glasbaustein also in beiden Versicherungen. Das Ceranfeld zum Beispiel ist nur über die Hausratversicherung geschützt, nicht über die Gebäudeversicherung.
Was ist nicht versichert?
Die Glasversicherung zahlt nur bei echtem Bruch, also wenn das Glas zerspringt oder einen Sprung bekommt. Nicht versichert sind:
- oberflächliche Schäden wie Kratzer im Glas
- Schäden an der Beschichtung oder am Rahmen
- Hohlgläser wie Trinkgläser und Geschirr
Ein Kratzer in der Scheibe ist also kein Fall für die Glasversicherung, ein Sprung dagegen schon.
Was kostet eine Glasversicherung?
Eine separate Glasversicherung ist günstig. Für ein Haus mit 70 bis 90 Quadratmetern Wohnfläche liegen die Beiträge meist bei rund 40 bis 65 Euro im Jahr. Buchst du den Glasschutz zusammen mit der Wohngebäude- oder Hausratversicherung, fällt der Aufpreis oft noch geringer aus. Mehr zur Kostenfrage erklärt auch Finanztip.
Wann lohnt sich die Glasversicherung?
Ob sich die Glasversicherung lohnt, hängt davon ab, wie viel teures Glas dein Haus hat. Sinnvoll ist sie vor allem, wenn du:
- einen Wintergarten oder große Glasfronten besitzt
- bodentiefe Fenster oder eine Glasfassade hast
- wertvolle Glasdächer oder Lichtkuppeln verbaut hast
Hat dein Haus dagegen nur kleine Standardfenster, ist der Baustein oft verzichtbar. Dann reicht es, den seltenen Glasschaden selbst zu zahlen.
Tipp von Dennis BeckerDie Glasversicherung lohnt sich vor allem bei Wintergarten und großen Fensterfronten, denn dort wird ein Bruch richtig teuer. Bei kleinen Standardfenstern kannst du dir den Baustein meist sparen. Prüfe das am besten direkt im Gebäudeversicherung Vergleich.
Häufige Fragen
Ist Glasbruch in der Gebäudeversicherung enthalten?
Nein, im Grundschutz nicht. Du brauchst den Zusatzbaustein Glasversicherung, damit der reine Bruch deiner Scheiben abgesichert ist.
Was deckt die Glasversicherung ab?
Sie zahlt den Austausch zerbrochener, fest verbauter Glasflächen wie Fenster, Türen, Wintergarten und Glasdächer samt Einbau.
Was kostet eine Glasversicherung?
Eine separate Glasversicherung kostet meist rund 40 bis 65 Euro im Jahr. In Kombination mit einer anderen Police ist der Aufpreis oft geringer.
Ist das Ceranfeld über die Glasversicherung versichert?
Ja, aber über den Glasbaustein der Hausratversicherung. Das Cerankochfeld zählt zur Mobiliarverglasung, nicht zum Gebäudeglas.
Sind Kratzer im Glas versichert?
Nein. Die Glasversicherung zahlt nur bei echtem Bruch. Oberflächliche Schäden wie Kratzer sind nicht versichert.
Fazit
Glasbruch ist im Grundschutz der Wohngebäudeversicherung nicht enthalten. Mit der Glasversicherung sicherst du fest verbaute Scheiben wie Fenster, Türen und den Wintergarten gegen Bruch ab. Für Ceranfeld und Glastische brauchst du den Glasbaustein der Hausratversicherung. Bei viel teurem Glas lohnt sich der Schutz, bei kleinen Standardfenstern oft nicht. Welche Bausteine ein guter Tarif bietet, zeigt der Ratgeber Was deckt die Gebäudeversicherung ab.
