Die Gebäudeversicherung gehört für Hauseigentümer zu den wichtigsten Policen, doch was kostet der Schutz eigentlich? Die jährlichen Kosten reichen von rund 140 Euro für einen Basistarif bis zu 800 Euro und mehr für eine umfassende Wohngebäudeversicherung. Versicherungsexperte Dennis Becker zeigt dir, was eine Gebäudeversicherung pro Jahr und pro Quadratmeter kostet, welche Faktoren den Beitrag bestimmen und wie du beim Tarif sparst, ohne am Schutz zu sparen.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Gebäudeversicherung kostet im Schnitt rund 200 bis 400 Euro pro Jahr, je nach Haus und Leistungen.
- Pro Quadratmeter liegen die Kosten meist zwischen 3 und 6 Euro für ein Einfamilienhaus.
- Die wichtigsten Faktoren sind Versicherungssumme, Wohnfläche, Lage, Baujahr und die gewählten Leistungen.
- Mit einer Selbstbeteiligung senkst du den Beitrag um bis zu 20 Prozent.
- Der größte Spareffekt liegt im Vergleich: Gleiche Leistung gibt es bei verschiedenen Versicherern zu sehr unterschiedlichen Preisen.
Was kostet eine Gebäudeversicherung pro Jahr?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht, denn die Kosten hängen von deinem Gebäude und dem gewünschten Schutz ab. Als grobe Orientierung kannst du mit diesen jährlichen Beiträgen rechnen.
| Schutzniveau | Kosten pro Jahr |
|---|---|
| Basisschutz (Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel) | 140 bis 250 Euro |
| Standardtarif für ein typisches Einfamilienhaus | 250 bis 550 Euro |
| Umfassender Schutz mit Elementar und Extras | 550 bis 900 Euro |
Im Durchschnitt zahlen Eigentümer für eine solide Wohngebäudeversicherung etwa 200 bis 400 Euro im Jahr. Wer zusätzlich gegen Elementarschäden wie Überschwemmung versichert ist oder eine Photovoltaikanlage mitversichert, liegt entsprechend höher.
Gebäudeversicherung Kosten pro Quadratmeter
Viele Eigentümer rechnen die Kosten der Gebäudeversicherung gern pro Quadratmeter, weil sich so verschiedene Häuser leichter vergleichen lassen. Über alle Tarife hinweg liegt der Preis zwischen 1 und 10 Euro pro Quadratmeter und Jahr.
Für ein normales Einfamilienhaus sind 3 bis 6 Euro pro Quadratmeter üblich. Bei 140 Quadratmetern Wohnfläche ergibt das einen Beitrag von etwa 420 bis 840 Euro im Jahr. Lage, Baujahr und Ausstattung verschieben diesen Wert nach oben oder unten.
Beispiel: Kosten für ein Einfamilienhaus
Ein typisches Einfamilienhaus mit 140 Quadratmetern Wohnfläche und Standardausstattung in einer Gegend mit mittlerem Risiko kostet rund 350 bis 550 Euro pro Jahr. Kommen ein Elementarbaustein und eine Photovoltaikanlage hinzu, steigt der Beitrag schnell auf 700 bis 900 Euro.
Ein kleineres Einfamilienhaus mit 100 Quadratmetern ist oft schon ab etwa 200 Euro jährlich zu versichern. Den genauen Preis für dein Haus ermittelst du am schnellsten im Gebäudeversicherung Vergleich.
Was kostet die Gebäudeversicherung für ein Mehrfamilienhaus?
Bei einem Mehrfamilienhaus sind die Kosten höher, weil mehr Wohnfläche und ein höherer Gebäudewert versichert werden. Ein günstiger Basistarif beginnt bei etwa 400 Euro pro Jahr, mit mehreren Wohnungen, höherem Risiko oder Zusatzbausteinen steigt der Beitrag deutlich. Als Vermieter kannst du diese Kosten allerdings nach § 2 der Betriebskostenverordnung über die Nebenkosten auf den Mieter umlegen.
Kosten je nach Größe und Lage der Immobilie
Die Größe der Immobilie ist der wichtigste Kostentreiber: Je größer das Gebäude, desto höher der versicherte Wert und damit der Beitrag. Ein kompaktes Reihenhaus kostet weniger als eine große Villa mit Nebengebäuden. Auch die geografische Lage entscheidet mit, denn in Hochwasser- oder Sturmregionen liegen die durchschnittlichen Kosten höher.
Ein Beispiel zeigt den Unterschied: Ein gepflegtes Einfamilienhaus in ruhiger Lage zahlt für denselben Schutz oft weniger als ein gleich großes Haus in einer Risikoregion. Auch der Zustand der Immobilie zählt, ein saniertes Dach oder moderne Leitungen senken das Schadenrisiko und damit den Beitrag.
Welche Schäden deckt die Gebäudeversicherung ab?
Für deine Kosten bekommst du einen umfassenden Versicherungsschutz für das Gebäude. Die Wohngebäudeversicherung übernimmt im Schadensfall die finanziellen Folgen der wichtigsten Risiken. Versichert sind Schäden durch Feuer, Sturm und Leitungswasser sowie durch Hagel und Blitzschlag. Gegen Naturgefahren wie Überschwemmung oder Starkregen brauchst du zusätzlich den Elementarschutz.
Diese Absicherung schützt dich vor hohen Kosten, denn der Wiederaufbau eines Hauses geht schnell in die Hunderttausende. Deshalb sollten Eigentümer bei der Police nicht am falschen Ende sparen: Eine günstige Wohngebäudeversicherung mit gutem Leistungsumfang ist im Schadensfall mehr wert als ein Billigtarif mit Lücken.
Welche Faktoren beeinflussen die Kosten?
Mehrere Faktoren bestimmen, wie hoch dein Beitrag ausfällt. Diese Punkte haben den größten Einfluss auf die Kosten der Wohngebäudeversicherung:
- Versicherungssumme: Je höher der Wert des Gebäudes, desto höher die Prämie.
- Wohnfläche und Größe: Mit der Quadratmeterzahl steigen in der Regel die Kosten.
- Lage: Liegt das Haus in einer Hochwasser- oder Sturmregion, fällt der Beitrag höher aus.
- Baujahr und Bauart: Ältere Gebäude und bestimmte Bauweisen führen häufig zu höheren Beiträgen.
- Ausstattung: Pool, Photovoltaik oder eine Wärmepumpe erhöhen den versicherten Wert.
- Leistungen: Zusätzliche Bausteine wie der Elementarschutz kosten extra.
- Selbstbeteiligung: Eine höhere Selbstbeteiligung senkt den Beitrag spürbar.
Besonders die Lage wirkt sich stark aus: In Regionen mit höherem Risiko für Naturkatastrophen verlangen Versicherer höhere Beiträge. Auch Baujahr und Zustand des Hauses spielen eine Rolle, denn ältere Gebäude gelten als anfälliger für Schäden. Wer zusätzlich grobe Fahrlässigkeit mitversichert, zahlt etwas mehr, ist im Schadensfall aber besser geschützt. So entsteht für jedes Haus eine individuelle Prämie.
Wie wird der Beitrag berechnet?
Die meisten Versicherer berechnen den Beitrag über den sogenannten gleitenden Neuwert. Grundlage ist der Wert 1914, ein fiktiver Baupreis aus dem Jahr 1914, der den Wert des Hauses unabhängig von der Inflation vergleichbar macht. Über den jährlichen Anpassungsfaktor wird dieser Wert an die aktuellen Baukosten angepasst.
Wichtig ist, dass die Höhe der Versicherungssumme stimmt. Ist sie zu niedrig angesetzt, kürzt der Versicherer im Schadensfall die Leistung wegen Unterversicherung (§ 75 VVG). Achte daher darauf, dass die Wohnfläche und die Ausstattung deines Hauses korrekt erfasst sind.
Der Vorteil für dich: Im Schadensfall zahlt die Versicherung den vollen Neuwert, also die Kosten für den Wiederaufbau zu heutigen Preisen. Der Nachteil: Steigen die Baukosten, steigt jedes Jahr auch dein Beitrag ein Stück mit.
So sparst du bei der Gebäudeversicherung
Beim Beitrag liegt der größte Hebel im Vergleich. Für die gleiche Leistung verlangen Versicherer sehr unterschiedliche Prämien, ein Wechsel spart oft mehrere hundert Euro pro Jahr. Mit diesen Tipps senkst du deine Kosten gezielt:
- Vergleiche die Tarife regelmäßig und prüfe Angebote anderer Versicherer.
- Vereinbare eine Selbstbeteiligung, das senkt den Beitrag um bis zu 20 Prozent.
- Zahle den Beitrag jährlich statt monatlich, viele Anbieter geben dafür einen Rabatt.
- Wähle nur die Bausteine, die du wirklich brauchst, aber verzichte nie auf den Elementarschutz.
Tipp von Dennis BeckerDen Beitrag senkst du am wirksamsten über einen Vergleich, nicht über das Streichen von Leistungen. Eine günstige Police mit Elementarschutz ist im Schadensfall Gold wert. Prüfe deine Kosten deshalb regelmäßig im Gebäudeversicherung Vergleich und behalte die Leistung im Blick.
Sind die Kosten der Gebäudeversicherung steuerlich absetzbar?
Für die selbst genutzte Immobilie sind die Kosten nicht absetzbar. Vermietest du das Haus oder nutzt du ein Arbeitszimmer beruflich, kannst du die Beiträge ganz oder anteilig geltend machen. Die Details liest du im Ratgeber Gebäudeversicherung von der Steuer absetzen.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine Gebäudeversicherung pro Jahr?
Im Schnitt 200 bis 400 Euro. Ein Basistarif startet bei rund 140 Euro, ein umfassender Schutz mit Elementar kann 800 Euro und mehr kosten.
Was kostet eine Gebäudeversicherung pro Quadratmeter?
Über alle Tarife hinweg 1 bis 10 Euro pro Quadratmeter und Jahr, für ein Einfamilienhaus meist 3 bis 6 Euro.
Was kostet eine Gebäudeversicherung für ein Einfamilienhaus?
Für ein Haus mit 100 bis 140 Quadratmetern liegen die Kosten je nach Lage und Leistungen zwischen rund 200 und 700 Euro pro Jahr.
Welche Faktoren beeinflussen die Kosten?
Versicherungssumme, Wohnfläche, Lage, Baujahr, Bauart, Ausstattung, die gewählten Leistungen und die Selbstbeteiligung.
Wie kann ich bei der Gebäudeversicherung sparen?
Durch einen Vergleich der Versicherer, eine Selbstbeteiligung und die jährliche Zahlweise, ohne dabei am wichtigen Elementarschutz zu sparen.
Fazit
Eine Gebäudeversicherung kostet die meisten Eigentümer 200 bis 400 Euro pro Jahr, der genaue Beitrag hängt von Versicherungssumme, Wohnfläche, Lage und den gewählten Leistungen ab. Berechnet wird er über den Wert 1914 und den gleitenden Neuwert. Sparen lässt sich vor allem über einen Vergleich und eine passende Selbstbeteiligung, nicht über den Verzicht auf wichtigen Schutz. Prüfe deinen Tarif regelmäßig und sichere dir die beste Leistung zum fairen Preis.
Die genannten Beträge sind Orientierungswerte. Dein individueller Beitrag hängt von deinem Gebäude und dem gewählten Tarif ab.
