Photovoltaikanlage und Gebäudeversicherung

Haus mit Photovoltaikmodulen auf dem Dach und Sonne als Symbol für PV-Versicherung

Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach ist eine wertvolle Investition, doch ist sie auch versichert? Viele glauben, ihre Wohngebäudeversicherung decke die PV-Anlage automatisch ab. Das stimmt so nicht. Versicherungsexperte Dennis Becker erklärt dir, wann die Gebäudeversicherung für die Photovoltaikanlage zahlt, warum du sie unbedingt melden musst und wann sich eine separate Photovoltaikversicherung lohnt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Photovoltaikanlage ist in der Wohngebäudeversicherung meist nicht automatisch mitversichert.
  • Du musst die PV-Anlage deinem Versicherer melden, sonst besteht kein Schutz.
  • Über die Gebäudeversicherung sind Schäden durch Feuer, Sturm, Hagel und Blitz abgedeckt.
  • Defekte, Diebstahl und Ertragsausfall deckt nur eine separate Photovoltaikversicherung.
  • Ein PV-Baustein kostet je nach Anlage rund 50 bis 150 Euro im Jahr.

Ist die Photovoltaikanlage in der Gebäudeversicherung mitversichert?

In den meisten Fällen ist die Photovoltaikanlage nicht automatisch in der Wohngebäudeversicherung enthalten. Für den Schutz der Anlage brauchst du in der Regel einen zusätzlichen Baustein. Bei einigen Versicherern ist eine fest auf dem Dach montierte oder in den Baukörper integrierte Photovoltaikanlage grundsätzlich mitversichert, allerdings nur, wenn du sie bei der Ausstattung des Gebäudes angegeben hast.

Entscheidend ist also, dass die Anlage im Vertrag steht. Verlässt du dich darauf, dass die Gebäudeversicherung die PV-Anlage schon irgendwie abdeckt, stehst du im Schadensfall womöglich ohne Schutz da.

Du musst die PV-Anlage melden

Sobald du dein Dach mit einer Photovoltaikanlage ausrüstest, musst du das deiner Wohngebäudeversicherung melden, am besten schriftlich per E-Mail oder Brief. Für den Versicherer ist die Anlage eine Risikoerhöhung, die sich auf die Versicherungssumme und damit auf deinen Beitrag auswirken kann.

Diese Meldung ist kein bürokratischer Selbstzweck. Nur wenn die Photovoltaikanlage gemeldet und in den Vertrag aufgenommen ist, besteht im Schadensfall auch Versicherungsschutz. Vergisst du die Meldung, riskierst du, dass der Versicherer bei einem Schaden nicht zahlt. Die PV-Anlage erhöht außerdem den Wert deines Hauses, auch deshalb gehört sie in den Vertrag.

Welche Schäden zahlt die Gebäudeversicherung?

Ist die Photovoltaikanlage im Vertrag, deckt die Wohngebäudeversicherung Sachschäden durch die klassischen Gebäudegefahren ab. Versichert sind in der Regel:

  • Feuer: Brand, Blitzschlag und Überspannung durch einen direkten Blitzeinschlag
  • Sturm und Hagel: abgerissene oder zerbeulte Module, etwa nach einem Unwetter
  • Leitungswasser: Schäden durch austretendes Wasser an der Anlage
  • Elementar: mit dem passenden Baustein auch Überschwemmung und Schneedruck

Damit ist die PV-Anlage gegen die größten äußeren Gefahren abgesichert. Wie die Gebäudeversicherung etwa bei einem Hagelschaden an der Solaranlage leistet, liest du im Ratgeber Gebäudeversicherung Hagelschaden.

Was die Gebäudeversicherung nicht zahlt

Der Schutz über die Wohngebäudeversicherung hat aber Grenzen. Rund zwei Drittel aller Schäden an einer Photovoltaikanlage, also etwa 65 Prozent, haben Ursachen, die hier nicht versichert sind. Dazu gehören:

  • technische Defekte und innere Betriebsschäden
  • Diebstahl der Module oder des Wechselrichters
  • Bedienfehler und Materialfehler
  • Tierverbiss, zum Beispiel durch einen Marder
  • der Ertragsausfall, wenn die Anlage nach einem Schaden stillsteht

Für diese Risiken reicht die Gebäudeversicherung nicht aus. Genau hier kommt eine eigene Photovoltaikversicherung ins Spiel.

Separate Photovoltaikversicherung: wann sie sinnvoll ist

Eine separate Photovoltaikversicherung bietet eine sogenannte Allgefahrendeckung. Sie schützt die Anlage umfassend, also auch gegen technische Defekte, Diebstahl, Bedienfehler und Tierverbiss. Zusätzlich übernimmt sie den Ertragsausfall, wenn die Photovoltaikanlage nach einem Schaden keinen Strom mehr liefert.

Für größere Anlagen, mit denen du Strom ins Netz einspeist, ist diese umfassende Absicherung oft die bessere Wahl. Verbraucherschützer empfehlen, eine teure Photovoltaik über eine spezielle Police abzusichern, so auch die Verbraucherzentrale. Bei einer kleinen Anlage kann dagegen der Einschluss über die Gebäudeversicherung genügen. Welche Variante und welcher Tarif passt, hängt von der Größe und dem Wert deiner Anlage sowie von den Risiken am Standort ab.

Was kostet die Versicherung der PV-Anlage?

Der Einschluss über einen Baustein in der Wohngebäudeversicherung ist günstig. Für eine neue Anlage im Wert von etwa 10.000 Euro und einer Leistung von zehn Kilowatt liegen die Jahresbeiträge meist zwischen rund 50 und 150 Euro. Eine separate Photovoltaikversicherung mit Allgefahrendeckung kostet etwas mehr, bietet dafür aber deutlich umfassenderen Schutz inklusive Ertragsausfall.

Ein Balkonkraftwerk ist übrigens oft schon über die Hausrat- oder Haftpflichtversicherung abgedeckt, weil es sich um eine kleine, steckerfertige Anlage handelt. Im Zweifel fragst du auch hier am besten beim Versicherer nach.

Versicherungsexperte Dennis Becker

Tipp von Dennis BeckerMelde deine Photovoltaikanlage immer der Gebäudeversicherung, sonst zahlt sie im Schadensfall nicht. Für größere Anlagen lohnt sich eine separate Photovoltaikversicherung mit Ertragsausfall. Den passenden Gebäudetarif inklusive PV findest du im Gebäudeversicherung Vergleich.

Häufige Fragen

Ist die Photovoltaikanlage in der Gebäudeversicherung mitversichert?

Meist nicht automatisch. Du brauchst in der Regel einen Zusatzbaustein und musst die Anlage im Vertrag angeben.

Muss ich die PV-Anlage der Versicherung melden?

Ja, unbedingt. Nur eine gemeldete und im Vertrag aufgenommene Photovoltaikanlage ist im Schadensfall versichert.

Welche Schäden zahlt die Gebäudeversicherung?

Sachschäden durch Feuer, Blitz, Sturm, Hagel und Leitungswasser, mit Elementarbaustein auch durch Überschwemmung und Schneedruck.

Was zahlt die Gebäudeversicherung nicht?

Technische Defekte, Diebstahl, Bedienfehler, Tierverbiss und den Ertragsausfall. Dafür ist eine separate Photovoltaikversicherung nötig.

Was kostet die Versicherung einer PV-Anlage?

Der Baustein in der Gebäudeversicherung kostet je nach Anlage rund 50 bis 150 Euro im Jahr, eine separate Photovoltaikversicherung etwas mehr.

Fazit

Eine Photovoltaikanlage ist in der Wohngebäudeversicherung nur mitversichert, wenn du sie meldest und in den Vertrag aufnimmst. Gedeckt sind dann Schäden durch Feuer, Sturm, Hagel und Blitz. Für Defekte, Diebstahl und Ertragsausfall brauchst du dagegen eine separate Photovoltaikversicherung. Melde deine Anlage in jedem Fall und prüfe, welcher Schutz zu ihrer Größe passt. Einen Überblick über alle Leistungen gibt der Ratgeber Was deckt die Gebäudeversicherung ab.

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