Gebäudeversicherung Marderschaden

Marder im Dachboden mit aufgerissener Dämmung und angebissenem Kabel als Symbol für einen Marderschaden

Ein Marder im Dachboden kann teuer werden: Er zerbeißt die Dämmung, knabbert Kabel an und beschädigt Holzbalken. Anders als bei Sturm oder Hagel sind Marderschäden am Haus aber nicht automatisch versichert. Versicherungsexperte Dennis Becker erklärt dir, wann die Gebäudeversicherung bei einem Marderschaden zahlt, wie es um die Folgeschäden steht und worauf du beim Tarif achten musst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Marderschäden sind im Grundschutz der Wohngebäudeversicherung nicht enthalten.
  • Versichert sind sie nur, wenn der Baustein Tierbiss oder Marderbiss eingeschlossen ist.
  • Die Leistungen unterscheiden sich je nach Versicherer und Tarif erheblich.
  • Folgeschäden durch einen Marder sind nicht in jedem Tarif mitversichert.
  • Für einen Marderschaden am Auto ist die Teilkaskoversicherung zuständig.

Sind Marderschäden am Haus versichert?

Marder und andere Tiere verursachen ihre Schäden meist an Leitungen, Dämmung und Holzbalken im Dachboden. Für Hausbesitzer ist der passende Schutz daher wichtig. Marderschäden fallen allerdings unter keine der versicherten Grundgefahren wie Feuer, Sturm oder Leitungswasser. Im Standard zahlt die Wohngebäudeversicherung einen Marderschaden deshalb nicht. Versichert sind die Schäden durch einen Marder nur, wenn du den passenden Baustein eingeschlossen hast, oft heißt er Tierbiss oder Marderbiss.

Ob und wie viel die Versicherung bei einem Marderschaden zahlt, hängt also stark vom Tarif ab. Die Leistungen unterscheiden sich von Versicherer zu Versicherer erheblich. Manche zahlen nur angebissene Kabel, andere auch die Dämmung, wieder andere übernehmen alle Folgeschäden ohne Begrenzung. Ein genauer Blick in die Bedingungen ist deshalb wichtig.

Direkte Schäden und Folgeschäden durch Marder

Bei Marderschäden unterscheidet man zwischen direkten Schäden und Folgeschäden. Beim Versicherungsschutz ist dieser Unterschied entscheidend.

Art des SchadensBeispiel
Direkter Schadenangebissene Kabel, zerbissene Dämmung, beschädigte Schläuche
FolgeschadenFeuchtigkeit und Schimmel durch die zerstörte Dämmung

Den direkten Bissschaden deckt ein guter Tierbiss-Baustein ab. Bei den Folgeschäden wird es kniffliger: Beißt der Marder die Dämmung durch und es entsteht ein Feuchtigkeitsschaden, zahlt nicht jeder Tarif. Achte deshalb darauf, dass deine Police auch die Folgeschäden durch Marder einschließt, denn diese sind oft teurer als der eigentliche Bissschaden.

Was kostet ein Marderschaden am Haus?

Ein Marderschaden am Haus kostet im Durchschnitt rund 450 bis 500 Euro je Schadensfall. Das klingt zunächst überschaubar, doch die Kosten können deutlich höher ausfallen, wenn der Marder die Dämmung großflächig zerstört oder ein Feuchtigkeitsschaden entsteht. Dann summieren sich die Reparaturkosten schnell auf 3.000 Euro und mehr.

Genau deshalb lohnt sich der passende Baustein. Ohne ihn trägst du die volle Höhe der Kosten selbst, mit ihm übernimmt die Versicherung den Schaden im vereinbarten Umfang.

Marderschaden am Auto: Das zahlt die Teilkasko

Während Marderschäden am Haus eine Frage des richtigen Bausteins sind, ist die Lage beim Auto klarer: Hier zahlt die Teilkaskoversicherung. Beißt ein Marder Kabel oder Schläuche im Motorraum an, übernimmt sie die Reparatur, oft auch die Folgeschäden, je nach Tarif aber mit einer Begrenzung.

Den Marderschaden am Auto meldest du also der Kfz-Versicherung, den Schaden am Haus deiner Gebäudeversicherung. Wichtig: Nicht jede Teilkasko schließt Folgeschäden ein, ein Blick in die Bedingungen lohnt sich auch hier.

Was tun bei einem Marderschaden?

Entdeckst du einen Marderschaden, gehst du am besten so vor:

  1. Schaden dokumentieren: Mach Fotos von den angebissenen Stellen, bevor du etwas reparierst.
  2. Versicherung melden: Informiere deinen Versicherer schnell und reiche die Fotos ein (§ 30 VVG).
  3. Folgeschäden vermeiden: Lass die beschädigte Dämmung zügig prüfen, damit kein Feuchtigkeitsschaden entsteht. Du bist verpflichtet, den Schaden zu mindern (§ 82 VVG).
  4. Marder vergrämen: Verschließe Einschlupfstellen am Dach, damit das Tier nicht zurückkommt.
Versicherungsexperte Dennis Becker

Tipp von Dennis BeckerBeim Marder zählt das Kleingedruckte. Achte beim Abschluss darauf, dass der Baustein Tierbiss inklusive Folgeschäden enthalten ist, sonst zahlst du die teure Sanierung selbst. Welche Tarife das bieten, siehst du im Gebäudeversicherung Vergleich.

Häufige Fragen

Zahlt die Wohngebäudeversicherung bei Marderschäden?

Nur, wenn der Baustein Tierbiss oder Marderbiss eingeschlossen ist. Im Grundschutz sind Marderschäden nicht enthalten.

Sind Folgeschäden durch Marder versichert?

Nicht in jedem Tarif. Direkte Bissschäden deckt ein guter Baustein ab, Folgeschäden wie Feuchtigkeit musst du gezielt mitversichern.

Wer zahlt einen Marderschaden am Auto?

Die Teilkaskoversicherung deines Autos. Sie übernimmt die Reparatur, je nach Tarif auch die Folgeschäden, oft mit einer Begrenzung.

Was kostet ein Marderschaden am Haus?

Im Durchschnitt 450 bis 500 Euro je Schadensfall, bei großflächigen Schäden an der Dämmung deutlich mehr.

Was tun bei einem Marderschaden?

Schaden dokumentieren, die Versicherung schnell informieren, Folgeschäden vermeiden und die Einschlupfstellen verschließen.

Fazit

Anders als Sturm oder Hagel sind Marderschäden in der Gebäudeversicherung nicht automatisch abgedeckt. Du brauchst dafür den Baustein Tierbiss oder Marderbiss, und am besten gleich inklusive der Folgeschäden. Für dein Auto springt die Teilkasko ein. Prüfe deinen Tarif genau, denn die Leistungen schwanken stark. Welche Bausteine sonst noch sinnvoll sind, zeigt dir der Ratgeber Was deckt die Gebäudeversicherung ab.

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