Ein landwirtschaftlicher Betrieb besteht aus mehr als nur einem Wohnhaus. Scheunen, Ställe und Maschinenhallen gehören dazu und stellen einen hohen Wert dar. Eine normale Wohngebäudeversicherung reicht für einen Hof nicht aus. Versicherungsexperte Dennis Becker erklärt dir, warum du eine landwirtschaftliche Gebäudeversicherung brauchst, welche Gebäude sie schützt und worauf du beim Abschluss achten musst.
Das Wichtigste in Kürze
- Landwirtschaftliche Gebäude brauchen eine spezielle Gebäudeversicherung.
- Versichert sind Wohnhaus, Scheune, Stall, Maschinenhalle und Lager.
- Die Lagerung von Heu und Stroh erhöht die Brandgefahr und muss gemeldet werden.
- Versichert sind Brand, Blitz, Sturm, Hagel und Leitungswasser.
- Wichtig ist die genaue Erfassung aller Gebäude auf dem Hof.
Warum reicht eine normale Wohngebäudeversicherung nicht?
Landwirtschaftliche Gebäude lassen sich nicht über eine normale Wohngebäudeversicherung absichern. Ein Hof hat ganz andere Risiken als ein gewöhnliches Wohnhaus: große Wirtschaftsgebäude, teure Maschinen, Tiere und die Lagerung von Futter. Dafür gibt es die landwirtschaftliche Gebäudeversicherung, die auf den besonderen Bedarf der Landwirtschaft zugeschnitten ist.
Sie versichert nicht nur das Wohnhaus, sondern den ganzen Betrieb mit allen Gebäuden. So ist der Hof als Einheit geschützt.
Welche Gebäude sind auf dem Hof versichert?
Die landwirtschaftliche Gebäudeversicherung deckt alle wichtigen Gebäude eines Betriebs ab. Dazu gehören:
- Wohnhaus: das Wohngebäude auf dem landwirtschaftlichen Hof
- Ställe: für die Tierhaltung und die Futterversorgung
- Scheunen und Lagerhallen: zur Lagerung von Ernte und Geräten
- Maschinenhallen und Werkstätten: für Technik und Reparaturen
So sind sowohl das Wohngebäude als auch die Wirtschaftsgebäude des Betriebs in einer Police abgesichert.
Besondere Risiken: Heu und Brandgefahr
Ein landwirtschaftlicher Betrieb hat ein besonders hohes Brandrisiko. Wird Heu oder Stroh gelagert, ist das aus Sicht der Versicherung gefahrenerhöhend, denn feuchtes Heu kann sich selbst entzünden. Genau solche Brände gehören zu den teuersten Schäden in der Landwirtschaft, wie auch Fachportale zur Hofversicherung betonen.
Deshalb musst du dem Versicherer beim Abschluss genau mitteilen, ob und wo du brennbare Stoffe wie Heu, Stroh, Holz oder Pellets lagerst. Verschweigst du das, riskierst du im Schadensfall den Versicherungsschutz. Wie die Versicherung bei einem Brand leistet, liest du im Ratgeber Gebäudeversicherung bei Brand.
Was die landwirtschaftliche Gebäudeversicherung leistet
Der Versicherungsschutz umfasst die typischen Gebäudegefahren und einige nützliche Zusatzleistungen:
- Grundgefahren: Brand, Blitzschlag, Explosion, Überspannung, Leitungswasser, Sturm und Hagel
- Grobe Fahrlässigkeit: damit ein Versehen nicht zur Kürzung führt
- Feuerlöschkosten: für den Einsatz der Feuerwehr
- Aufräum- und Abbruchkosten: um beschädigte Gebäude zu beseitigen
- Mehrkosten: für behördliche Auflagen beim Wiederaufbau
Was eine landwirtschaftliche Gebäudeversicherung kostet, hängt stark von der Zahl und Art der Gebäude ab. Schon ein einzelner moderner Stall kann einen Wert von 300.000 bis 500.000 Euro haben, entsprechend wichtig ist die richtige Absicherung.
Was Landwirte beim Abschluss beachten sollten
Damit dein Hof im Schadensfall voll geschützt ist, kommt es auf einige Punkte an. Erfasse alle Gebäude genau und halte die Police aktuell, wenn du neu baust oder umbaust. Gib brennbare Stoffe wie Heu und Stroh korrekt an. Und achte auf die richtige Angabe, ob Wohn- und Wirtschaftsgebäude baulich getrennt sind, denn das beeinflusst den Beitrag.
Tipp von Dennis BeckerDer häufigste Fehler in der Landwirtschaft ist die fehlende Angabe der Heulagerung. Melde brennbare Stoffe immer, sonst zahlt die Versicherung bei einem Brand nicht. Für das Wohnhaus auf dem Hof findest du passende Tarife im Gebäudeversicherung Vergleich.
Häufige Fragen
Kann ich landwirtschaftliche Gebäude normal versichern?
Nein. Landwirtschaftliche Gebäude brauchen eine spezielle Gebäudeversicherung, die auf die Risiken eines Hofes zugeschnitten ist.
Was deckt die landwirtschaftliche Gebäudeversicherung ab?
Brand, Blitz, Explosion, Überspannung, Leitungswasser, Sturm und Hagel sowie Feuerlösch-, Aufräum- und Mehrkosten.
Warum ist die Lagerung von Heu ein Risiko?
Feuchtes Heu kann sich selbst entzünden. Die Lagerung von Heu und Stroh ist deshalb gefahrenerhöhend und muss gemeldet werden.
Welche Gebäude sind auf dem Hof versichert?
Das Wohnhaus, Ställe, Scheunen, Lagerhallen sowie Maschinenhallen und Werkstätten des landwirtschaftlichen Betriebs.
Ist das Wohnhaus auf dem Hof mitversichert?
Ja. Die landwirtschaftliche Gebäudeversicherung deckt sowohl das Wohngebäude als auch die Wirtschaftsgebäude in einer Police ab.
Fazit
Ein landwirtschaftlicher Betrieb braucht eine spezielle Gebäudeversicherung, die Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude gemeinsam absichert. Wegen der Lagerung von Heu und Stroh ist das Brandrisiko hoch, deshalb musst du brennbare Stoffe immer melden. Achte auf die genaue Erfassung aller Gebäude und halte die Police aktuell. Mehr zum Brandschutz liest du im Ratgeber Gebäudeversicherung bei Brand.
