Überschwemmung, Starkregen, Erdrutsch: Naturgefahren können jedes Haus treffen und richten schnell Schäden in fünf- oder sechsstelliger Höhe an. Eine normale Wohngebäude- oder Hausratversicherung zahlt dafür nicht. Genau diese Lücke schließt die Elementarschutzversicherung. Dieser Ratgeber erklärt, welche Schäden versichert sind, was der Schutz kostet und wann er sich für dich lohnt.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Elementarschutzversicherung deckt Schäden durch Naturgefahren wie Überschwemmung, Starkregen, Rückstau, Erdrutsch und Erdbeben.
- Sie ist ein Zusatzbaustein zur Wohngebäude- oder Hausratversicherung, keine eigene Police.
- Die Kosten beginnen oft bei rund 15 Euro pro Monat und hängen stark von der Lage ab.
- Für die meisten Hausbesitzer ist der Schutz sinnvoll, weil Starkregen praktisch überall auftreten kann.
Was ist eine Elementarschutzversicherung?
Die Elementarschutzversicherung, oft auch Elementarschadenversicherung genannt, ist kein eigenständiger Vertrag. Sie ist ein Zusatzbaustein, den du zu deiner Wohngebäudeversicherung oder zu deiner Hausratversicherung hinzubuchst. Der Baustein springt bei Schäden durch Naturgefahren ein, die im Standardschutz nicht enthalten sind. Eine reine Wohngebäudeversicherung deckt nur Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel ab. Erst der Elementarschutz erweitert die Police um Hochwasser, Starkregen und Co.
Welche Schäden deckt die Elementarschutzversicherung ab?
Versichert sind die sogenannten erweiterten Naturgefahren. Dazu gehören:
- Überschwemmung und Hochwasser durch ausufernde Gewässer oder Witterungswasser
- Starkregen und Rückstau, wenn Wasser nicht abfließen kann und über die Kanalisation in den Keller drückt
- Erdrutsch, Erdfall und Erdsenkung
- Erdbeben, Vulkanausbruch und Lawinen
- Schneedruck durch große Schneelasten auf dem Dach
Was ist nicht versichert?
Nicht jeder Wasserschaden ist ein Elementarschaden. Grundwasser, das ohne Überschwemmung von unten eindringt, ist meist nur versichert, wenn es Folge einer versicherten Überschwemmung ist. Auch Sturmflut ist je nach Tarif ausgeschlossen. Achte beim Abschluss genau auf die Bedingungen, mögliche Wartezeiten und die Höhe der Selbstbeteiligung.
Gebäude oder Hausrat: Wo brauchst du den Elementarschutz?
Den Elementarschutz gibt es in zwei Varianten. Als Hausbesitzer brauchst du ihn in der Wohngebäudeversicherung, denn sie sichert das Gebäude selbst ab: Mauern, Dach, Keller und fest verbaute Technik. Wohnst du zur Miete, schützt die Hausratversicherung mit Elementarbaustein dein bewegliches Eigentum in der Wohnung. Wer ein Haus bewohnt, kombiniert sinnvollerweise beides.
Was kostet eine Elementarschutzversicherung?
Die Kosten hängen vor allem von der Lage, der Gebäudegröße und der Selbstbeteiligung ab. Als grobe Orientierung gilt:
| Risiko / Lage | Gefährdungsklasse | Aufschlag pro Jahr |
|---|---|---|
| geringes Risiko | GK 1 | ab ca. 50 € |
| mittleres Risiko | GK 2 bis GK 3 | ca. 100 bis 500 € |
| hohes Risiko | GK 4 | oft über 1.000 € |
Weil sich die Beiträge der Versicherer stark unterscheiden, lohnt sich der Vergleich besonders. Bei gleichem Schutz lassen sich oft mehrere hundert Euro pro Jahr sparen.
Tipp von Dennis BeckerEine moderate Selbstbeteiligung senkt den Beitrag deutlich. Wähle eine Höhe, die du im Schadensfall problemlos selbst tragen kannst.
Naturgefahrenklasse und ZÜRS
Wie hoch dein Risiko ist, ermitteln die Versicherer über das ZÜRS-System (Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen). Jede Adresse wird einer von vier Gefährdungsklassen zugeordnet. Der weitaus größte Teil der Adressen in Deutschland liegt in der günstigsten Klasse GK 1. Liegt dein Haus höher, ist der Schutz besonders wichtig, weil das Schadenrisiko steigt.
Ist eine Elementarschutzversicherung sinnvoll?
Für die meisten Hausbesitzer lautet die Antwort ja. Wetterextreme nehmen durch den Klimawandel zu, und Starkregen kann jede Region treffen, nicht nur die Ufer großer Flüsse. Laut Gesamtverband der Versicherer verursachten schwere Unwetter in Deutschland allein 2023 versicherte Schäden von rund 5,6 Milliarden Euro. Der Mehrbeitrag ist in Regionen mit geringem Risiko überschaubar, die mögliche Schadenhöhe dagegen schnell existenzbedrohend.
So schließt du den Elementarschutz ab
Den Elementarschutz ergänzt du am einfachsten direkt beim Abschluss oder Wechsel deiner Wohngebäudeversicherung. Vergleiche dazu mehrere Tarife mit Elementarbaustein und achte darauf, dass Rückstau und Starkregen ausdrücklich eingeschlossen sind. Den passenden Tarif findest du in unserem unabhängigen Vergleich.
Häufige Fragen zur Elementarschutzversicherung
Ist Rückstau bei Starkregen versichert? Ja, sofern der Tarif Rückstau ausdrücklich einschließt. Achte im Vergleich genau darauf, denn nicht jede Police deckt diese Schäden ab.
Lohnt sich der Schutz auch ohne Hochwasserrisiko? Ja. Starkregen kann nahezu überall auftreten, auch fernab von Flüssen. Deshalb ist der Schutz fast immer sinnvoll.
Ist die Elementarschutzversicherung Pflicht? Eine gesetzliche Pflicht gibt es bislang nicht. Bei einer Immobilienfinanzierung verlangen viele Banken aber einen umfassenden Schutz inklusive Elementargefahren.